Zuckerherstellung

ZUCKERWISSEN

Zuckererzeugung in Deutschland – vom Anbau bis zur Verarbeitung

Sobald der Boden im Frühjahr abgetrocknet ist, beginnen die Landwirte mit der
Rübensaat. Bei günstigem Wetter sind bereits zwei Wochen später die ersten Rübenpflänzchen zu sehen. Bis zur Ernte entwickeln sie sich in ca. 180 Tagen zu stattlichen Rüben, die zwischen 700 und 800 g schwer werden. Die Zeit der Zuckerrübenernte und -gewinnung, die so genannte „Kampagne“, beginnt in
Deutschland etwa Mitte September und dauert rund 100 Tage. Auf einem Hektar wachsen rund 80.000 Rübenpflanzen mit einem Zuckergehalt von 17 bis 19 Prozent. Daraus werden rund 8.000 bis 9.000 kg Zucker produziert.

Zuckergewinnung

  • Beim Extrahieren wird mit heißem Wasser aus den Rübenschnitzeln der Rohsaft gewonnen. Er enthält bereits 15 Prozent Zucker und ein paar Nichtzuckerstoffe. Von diesen Stoffen muss der Saft gereinigt werden.

  • Bei der Filtration werden die Fremdsubstanzen durch Zusätze gebunden und vom Rohsaft getrennt. Daraus wird dann Düngekalk und aus den ausgepressten und getrockneten Schnitzeln Viehfutter. Jetzt steht der hellgelbe Dünnsaft zur Verfügung.

  • Der Dünnsaft wird mit viel Dampf weiter konzentriert – übrigens bei starkem Unterdruck und niedriger Temperatur. Das verhindert die Karamellisierung und damit eine Verfärbung des Zuckers. Das Ergebnis des Verdampfens ist der Dicksaft mit gut 70 Prozent Zuckeranteil.

  • In der anschließenden Kochstation wird dem Dicksaft immer weiter Wasser entzogen, bis eine genau festgelegte Zuckerkonzentration erreicht ist. Dann werden feinste Zuckerkristalle zugeführt, die den Kristallisationsprozess auslösen. Durch immer weiteren Wasserentzug wachsen die Kristalle bis zu einer exakt bestimmten Größe. Dann wird der Prozess gestoppt.

  • In Zentrifugen werden die Zuckerkristalle anschließend von der Melasse, einer braunen Flüssigkeit, getrennt. Die hohe Fliehkraft lässt den Sirup abfließen. Was zurückbleibt ist: Zucker. Seine Farbe wechselt jetzt langsam von Dunkelbraun zu Weiß.

  • Weißzucker bezeichnet man als Grundsorte. Großabnehmer dieser Qualität sind industrielle Weiterverarbeiter unterschiedlichster Branchen. Der andere Teil des Weißzuckers wird zur Herstellung von Raffinade und unserer verschiedenen Zuckerspezialitäten verwendet bzw. weiter veredelt.